Hathor Tempel von Dendera, Eintrittskarte

 

Die Fahrt zum Hathor-Tempel von Dendera dauert nur knapp 15 Minuten. Dann erreichen wir die sehr weitläufige und gut gepflegte Anlage. Im Gegensatz zu anderen Sehenswürdigkeiten in Ägypten herrscht hier eine beschauliche Ruhe. Außer uns stehen nur wenige Busse auf dem großzügig angelegten Parkplatz.

 

Unser Reiseführer Ahmed erläutert im Außenbereich des Bauwerks die ägyptische Religion und die Bedeutung des Hathor-Tempels von  Dendera. Der Bau wurde in der Regierungszeit von Ptolemaios IX. um das Jahr 80 v.Chr. begonnen und bis ca. 68 n.Chr. weitergebaut. Die Göttin Hathor war nach seinen Worten im alten Ägypten unter anderem Königsgöttin, Liebesgöttin, Muttergottheit und Schutzherrin bei der Geburt. In ihrem Hauptkultort Dendera wurden außer ihr selbst auch ihr Gemahl Horus, der Falkengott von Edfu, sowie ihr Sohn Ihi verehrt.

 

Es ist faszinierend Ahmeds Erzählungen über das alte Ägypten zu lauschen. Vor den Augen des Zuhörers erwacht die Vergangenheit zum Leben. Selbst der römische Kaiser Nero hat zum Schluß an diesem Tempel gebaut? Sehr beeindruckend, aber auch schwierig zu merken. Dazu muss man wohl Ägyptologie studiert. Den Unterhaltungswert der Führung schmälert dies jedoch nicht.

 

Mich beeindruckt vor allem das größte Gebäude auf dem Gelände, das Pronaos. Sechs Hathor-Kapitell-Säulen säumen seinen Eingang. Am oberen Ende der Säulen befindet sich als Kapitell auf vier Seiten jeweils ein Frauengesicht der Hathor auf dessen Kopf Kuhhörner abgebildet sind. Die Konturen der Gesichter wurden leider herausgemeißelt. Ahmed meint, dies seien Hinterlassenschaften der Urchristen, die diesen Tempel irgendwann übernommen hätten.

 

Obwohl dies meine dritte Nilkreuzfahrt ist und ich bereits viele Tempel gesehen habe, so ist mein Eindruck vom Dendera-Tempel doch überwältigend. Auch wenn im Inneren des Tempels ebenfalls teilweise Reliefs ausgemeißelt wurden. Zum Abschluss seiner Erläuterungen führt uns Ahmed noch in das Obergeschoss des Tempels, wo sich der der Tierkreis von Dendera befindet.

 

Nach der Führung gibt uns Ahmed noch 45 Minuten Zeit für Fotos und eigene Erkundungen im Tempel. Ich nutze die Zeit, um das Wunderwerk fotografisch von innen und außen zu dokumentieren. Danach geht mit dem Minibus zurück auf die M/S Concerto.