Der Nil

 

Nachdem der Kleinbus uns wieder an der Anlegestelle abgeliefert hat, gehen die Passagiere der M/S Concerto wieder an Bord. Ich nutze die Gelegenheit jedoch, um noch ein paar Fotos von der Uferanlage und von der M/S Orchestra zu machen, die einsam und verlassen neben uns liegt. Bis ich erschrocken feststellen muss, dass die M/S Concerto bereits ablegt. Das Geländer der Planke ist bereits demontiert. Zeit zu gehen.

 

Unser Nilkreuzfahrtschiff verlässt den Hafen von Dendera unverzüglich, denn wir wollen vor dem Sonnenuntergang zurück in Luxor sein, um dort eine Kutschfahrt machen zu können. Ich habe jedoch gelernt solche Planungen in Ägypten nicht allzu ernst zu nehmen. Der Ägypter sagt "Inch’Allah", was übersetzt soviel heißt wie "so Gott will".

 

Ich habe jedoch nur wenig Zeit über Wahrscheinlichkeitsrechnung nachzudenken, denn mein Kabinenwechsel steht an. An der Rezeption bekomme ich die Schlüsselkarte mit Magnetstreifen für das Zimmer 406, das sich ungefähr in der Mitte des Oberdecks befindet. Ich soll mein Gepäck in den Koffer packen und dann Bescheid sagen, ein Schiffsjunge würde sich um den Transport des Gepäcks kümmern. Inch’Allah.

 

So beginne ich meine improvisierte Pack-Aktion. Jetzt heißt es möglichst nichts zu vergessen von dem ganzen Krimskrams, den man so mitschleppt. Nach einer halben Stunde bin ich startbereit, den Koffer stelle ich vor die Kabine 429 und gehe in meine neue Kabine. Und ich warte auf meinen Koffer. Doch oh Wunder, er kommt nicht. Also greife ich wieder zur Selbsthilfe, gehe zurück und hole den Koffer selbst. Die Rufe hinter mir, ich solle den Koffer doch nicht selber tragen, verhallen ungehört.  

 

 

Nach dem erneuten Auspacken kann ich endlich von Geräuschen ungestört den Anblick bewundern, wie der Nil und das Nilufer an meinem weit geöffneten Panoramafenster vorbei fließen. Wir werden nun einige Stunde nilaufwärts fahren, also gegen die Flussrichtung des Nils.

 

Für mich sind diese Fahrzeiten immer die Schönsten, denn so kann man die wundervolle Landschaft Ägyptens am besten genießen. Außerdem nutze ich die Zeit, um die Akkus meiner Kameras neu zu laden. Jetzt heißt es entspannen und auf das Mittagessen warten.