Begrüßung auf dem Nilschiff Concerto, das Nilufer

 

Die Fahrt zum Nilkreuzfahrtschiff geht im kleinen Minibus quer durch die staubigen Straßen von Luxor. Als schließlich irgendwann der Nil durch die Häuserreihen in Sicht kommt, bin ich von diesem Anblick wieder einmal zutieft beeindruckt.

 

Hier ändert sich offenbar nie irgendetwas. Das bestätigte auch später mein Reiseführer. Luxor und das Nilufer sahen im Jahr meiner ersten Nilkreuzfahrt im Jahr 1997 genauso aus wie heute. Die gleichen Häuser, die gleichen Pferdekutschen, die Schiffe sehen immer noch genauso aus und auch der Fluss ist noch da.

 

Im Gegensatz zu den anderen Stadtteilen von Luxor ist die Straße am Nil außerordentlich prachtvoll, ein luxuriös angelegter Boulevard. Unser Kleinbus hält am Bürgersteig der Uferstraße. Von da aus geht es die Treppe hinunter zu den Schiffen, die dort längsseits anlegen. Man sieht Nilkreuzfahrtschiffe, soweit das Auge reicht.

 

Aufgrund von Platzmangel legen jeweils mehrere Schiffe nebeneinander an. Das heißt, um zum jeweiligen Schiff zu gelangen, müssen ggf. mehrere andere Schiffe durchquert werden. Eine gute Gelegenheit, um mal andere Schiffe von innen zu sehen. Leider kann man beim Durchqueren von innen meist nur schwerlich feststellen, um welches Schiff es sich handelt. Die Bezeichnung steht üblicherweise nur außen an der Bordwand.

 

 

Um Ihren Koffer müssen Sie sich übrigens nicht kümmern. Der wird vom Personal auf das jeweilige Schiff gebracht. Woher der weiß, auf welchem Schiff Sie sind? Nun, meist wissen die das, manchmal aber auch nicht. Als ich im Jahr 1997 auf der M/S Pascha über eine halbe Stunde vergeblich auf unsere Koffer gewartet hatte, schaute ich selbst nach und fand die beiden Koffer einsam und verlassen auf der Ufertreppe.

 

Doch zurück ins Jahr 2008: Der Reiseführer geht voran. Wir durchschreiten drei oder vier Schiffe, das gebuchte Schiff, die M/S Orchestra scheint ganz außen zu liegen. Allerdings hätte ich schwören können, dass wir grad durch die M/S Orchestra durch gegangen sind, als vorletztes Schiff. Ich halte erst einmal meinen Mund, denn das momentane Schiff sieht sehr edel aus und macht auf den ersten Blick einen noch besseren Eindruck als die M/S Orchestra.

 

Der Reiseführer geleitet ein Ehepaar aus Stuttgart und mich in die groß angelegte Bar des Schiffs. Er stellt sich als "Ahmed" vor und meint, wir hätten jetzt eine Woche Zeit die Aussprache seines Namens zu üben. Denn üblicherweise sagen die Touristen "ACHmed", was falsch völlig falsch sei.

 

Nach dieser kleinen Sprachschulung zum Aufwärmen erfahren wir von unserem ägyptischen Reiseleiter, dass wir glückliche Menschen sind, sehr glückliche Menschen sogar. Denn wir würden nicht auf der M/S Orchestra untergebracht, sondern auf der nagelneuen M/S Concerto. Mein Vorahnung war also ganz richtig.

 

Ahmed führte aus, dass die Concerto ein nagelneues Schiff sei, im November 2008 erst drei Monate alt. Während die M/S Orchestra "nur" ein 5* Superior Schiff sei, wäre die M/S Concerto als 5* Deluxe zertifiziert und damit deutlich besser. Ja, die Concerto sei sogar im Moment eines des besten Schiffe auf dem Nil. Als weitere Entschädigung würde man unsere Kabinen von "Mitteldeck" auf "Oberdeck" upgraden. 

 

Wer kann sich gegen soviel Glück erwehren? Keiner protestiert. Ahmed nimmt unsere Voucher und die Reisepässe entgehen und wir erhalten im Gegenzug die Türöffner-Karten. Und ab auf’s Zimmer, erst einmal frisch machen nach der langen Anreise …